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27.11.2013: Neue Ausstellung im GEHAG Forum mit Werken von Beer, Dreckmann, Häber, Lindenberg und Weiland

05. Dezember 2013 – 12. Februar 2014, Mo – Fr 9 – 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Mittwoch, den 04. Dezember 2013 um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das
Foyer der Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:
Manuela Damianakis
Leiterin der Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG

Christoph Tannert
Künstlerhaus Bethanien, Berlin



Berlin, 27. November 2013. Auch in der letzten Ausstellung des GEHAG-Forums in diesem Jahr treffen Skulptur und Malerei aufeinander. Unterschiede in Ästhetik und Material spielen bei den Skulpturen eine wesentliche Rolle, während die Gemälde verschiedene Stadien zwischen Figuration und Abstraktion zeigen.

„Die Arbeiten von Christoph Beer sind jede einzelne eine Welt für sich, stets komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheinen", schrieb Christoph Poche über Beers Malerei. Seine klein- und großformatigen Gemälde weisen deutlich figurative Motive auf, die sich dem Publikum aber, wie von einem Schleier farbiger Unschärfe durchzogen, entwinden. Schemen- und gleichwohl rätselhaft ebnen die Bilder den Weg für einen erforschenden Blick. Sie lassen sich nie vollständig ergründen und stellen eher intensive Fragen, als dass sie Antworten bieten und folgen damit der selbstformulierten Programmatik des Künstlers. Denn genau diesen Prozess intendiert Beer in seiner Malerei, die er in etlichen Schichtungen vorantreibt. Es sind Andeutungen von Erzählungen, die Bekanntes oder vermeintlich Erlebtes berühren, Bilder heraufbeschwören, die dem Betrachter wieder zu entgleiten drohen, da Farbspiele und unterschiedliche Malweisen die Aufmerksamkeit erregen.


Heinz Bert Dreckmann
verwendet für seine Skulpturen industriell hergestellte Objekte, beraubt sie gewissermaßen ihrer Funktionen und reduziert sie auf ihre ästhetischen Formen. Dreckmann löst die Produkte aus dem utilitaristischen Kontext und zelebriert ihre Form. Er nutzt die Objekte als elementare Bausteine seiner Skulpturen, kombiniert sie zu Reihungen, Stapeln und Cluster. Er lenkt damit den Blick auf die ästhetischen Qualitäten, ohne ihre vorgesehene Bestimmung nach dem sullivanschen Prinzip des „form follows function“ zu tarnen. In manchen der Skulpturen unterläuft Dreckmann fast dadaistisch die funktionale Bestimmung der Gebrauchsgegenstände. So montierte er mehrere Vorderräder von Fahrrädern verschränkt ineinander. Der absurde Effekt gegenseitiger Blockade wirkt wie ein verordneter Stillstand in einer Gesellschaft, die die Mobilität zwanghaft zum Fetisch erhoben hat.


Igor Häber
ist in dieser Ausstellung der Künstler, der seine ursprünglich figurative Malerei am weitesten in die Abstraktion getrieben hat. Verschiedenfarbige Pinseltupfer und -striche reihen sich aneinander wie die Pixel eines extrem vergrößerten digitalen Bildes. Igor Häber fußt technisch sowohl auf der postimpressionistischen Malerei eines van Goghs einerseits und den Pointillismus eines George Seurat andererseits. Beide genannten Künstler hatten damit begonnen, die Motive in recht kleinteilige, einzelne Farbelemente aufzulösen, die sich für den Betrachter erst aus größerer Distanz wieder zu einem erkennbaren Motiv formieren. Igor Häber treibt dies noch weiter voran. Dies führt soweit, dass für das Auge die Motive im großen Feld der Farbtupfer verschwinden. In seinen neuesten Bildern ist Häber nun völlig in der Abstraktion angelangt, was den Betrachter nicht davon abhält, in dem Labyrinth aus scheinbar chaotisch gesetzten Farben Ansätze von Landschaften herauszufiltern.

Peter Lindenberg lässt sich als Maler von der Natur inspirieren. Manche seiner Bilder changieren zwischen Abstraktion und Figuration. Für seine mittel- bis großformatigen Gemälde übernimmt er Formen von Blättern, Blüten und Grashalmen, setzt sie mal in Reihe oder vor ein Geflecht aus meist rechteckigen Farbfeldern. In einigen Gemälden mit Titeln wie „Grashalme“, „Schilf“, „Gebüsch“ und „Lichtung“ nähert sich Lindenberg mit einem Makroblick und konzentriert sich auf das Strukturierende der Natur. Der starke Fokus unterstreicht den Eindruck von abstrakter Malerei, zeigt gleichzeitig die Möglichkeiten beim Spiel mit unterschiedlichen Tönen einer Farbe sowie ihres Auftrags auf die Leinwand. Für seine binäre Auseinandersetzung mit geometrischen Formen und der Natur hat Lindenberg für sich den Begriff des „romantischen Konstruktivismus“ geprägt.


Julius Weiland
arbeitet als Bildhauer in den letzten zehn Jahren vorwiegend mit Glas. Dafür verwendet er vorgefertigte Teile und lässt sie unter großer Hitze zu eigenartigen Formen und komplexen Strukturen verschmelzen. Wie die Tentakel einer Qualle oder die verzweigten Polypen einer Koralle, die von der Strömung sanft bewegt werden, erscheinen die dünnen und verschlungenen Glasröhren. In anderen Skulpturen, manchmal auch aus intransparentem Glas, lässt Weiland die Glasstäbe chaotisch und richtungslos zu Knäulen wuchern. Chaos und Ordnung, Harmonie und ihre Störung spielen in seinen filigranen Glasarbeiten eine große Rolle. Umspielt und durchleuchtet vom Licht stehen sie im Raum wie organische Gebilde, eingefroren inmitten eines Prozesses aus Fortbewegung, Aufstand und Explosion.


Christoph Beer
(*1972 in Wien); 1997 Studium an der UdK Berlin; 2004 Absolvent bei Klaus Fußmann; 2005 Meisterschüler bei Dieter Hacker; Einzelausstellungen in Deutschland und der Schweiz, viele Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland aber auch in Österreich und der Schweiz; lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Berlin.

Heinz Bert Dreckmann (*1948 in Köln); 1965–1971 Studien der Wand- und Experimentellen Malerei bei Prof. Gerster an den Kölner Werkkunstschulen; seit 1972 freischaffend in Berlin und Köln; seit 2007 im BvBK Brandenburg; Werke in öffentlichen Sammlungen; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland; lebt und arbeitet in Falkensee bei Berlin.

Peter Lindenberg (*1965 in Braunschweig); 1987–1994 Hochschule für bildende Kunst in Braunschweig; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet seit 1995 in Berlin.

Igor Häber (*1965 in Schwedt/Oder); aufgewachsen in Frankfurt/Oder, lebt seit 1984 in Berlin. Fachabitur, Abbruch eines Architekturstudiums in der DDR; 1990–1993 autodidaktisches Studium der Malerei in Paris; ca. 15 Jahre Ausstellungsbau im Kunstbereich; seit 20 Jahren Aufbau und leitende Funktion im Familienbetrieb „Bettenstube“; malerische Prägung in der Kindheit durch den Großvater Gotthardt Müller sowie Günter Neubauer und Hartwig Ebersbach; wenige Ausstellungsbeteiligungen in Berlin; lebt und arbeitet in Berlin.

Julius Weiland (*1971 in Lübeck); 1995–2001 Hochschule der Bildenden Künste, Hamburg unter Ann Wolff und Katsuhito Nishikawa; 1997 Stipendium an der Pilchuck Glass School, Stanwood, USA; 2004 Preis in Gold bei der Internationalen Glasausstellung in Kanazawa, Japan; 2006 ehrenhafte Erwähnung beim Coburg Glaspreis; 2007 Förderpreis Jutta Cuny-Franz Award, Düsseldorf; 2009 Gastdozent am Institut für künstlerische Keramik und Glas in Hoehr-Grenzhausen; 2011 Wandarbeit im Ritz Carlton Hotel, Hong Kong; 2011 1. Platz des Jutta Cuny-Franz Award, Düsseldorf; 2012 Stipendium bei HomeBase Berlin; viele Werke in wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen, zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Berlin.


Die Deutsche Wohnen
Die Deutsche Wohnen ist eine der größten börsennotierten Wohnungsgesellschaften Deutschlands, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Wohnungsbestands liegt. Das Portfolio umfasst zum 30. September 2013 insgesamt rund 89.800 Einheiten, davon rund 88.700 Wohneinheiten und rund 1.100 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnsiedlung Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.

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