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26.09.2016: Unterwegs auf den Spuren von Walter Gropius: Gewobag und Deutsche Wohnen präsentieren zur Triennale am 8. Oktober 2016 „Siedlungen der Moderne“ in Spandau und Charlottenburg

› Die 4-stündige Führung verknüpft Meilensteine des Wohnungsbaus in Berlin: Reichsforschungssiedlung Haselhorst, Ringsiedlung Siemensstadt und Wohnsiedlung Charlottenburg-Nord
› Abendveranstaltung am 8. Oktober in der Infostation Siemensstadt mit Lesung, Konzert und Diskussion


Berlin, 26. September 2016. Bauhausgründer Walter Gropius steht im Mittelpunkt des Berlin-Wochenendes der Triennale der Moderne 2016. Gemeinsam mit Architekten wie Hans Scharoun suchte er in der Weimarer Republik nach neuen Wegen für den sozialen Wohnungsbau. Berlin war das wichtigste Experimentierfeld für das „Neue Bauen“ und eine neue Wohnkultur. Erlebbar macht das eine Exkursion, die zwei bedeutende Siedlungen der Moderne und die Besichtigung von insgesamt drei Wohnungen miteinander verknüpft. Eine gemeinsame Führung der Deutschen Wohnen und der Gewobag als Eigentümer präsentiert mit der Reichsforschungssiedlung Haselhorst und der UNESCO-Weltkulturerbesiedlung Siemensstadt zwei wichtige Bauprojekte der Weimarer Republik, an denen Gropius beteiligt war.


Licht, Luft und Sonne für alle: Für den langjährigen Direktor des Bauhauses war die industrielle Moderne eng mit der Notwendigkeit verknüpft, Siedlungen mit grünen Freiräumen zum Erholen zu schaffen. Der Blick in eine 3-Zimmerwohnung in einem von Gropius geschaffenen kühl-weißen, kubischen Wohnhaus in Siemensstadt gibt zusätzlich eine Eindruck von lichtdurchfluteten 55 Quadratmetern. Zum Abschluss führt die Tour in Hans Scharouns Atelierwohnung in der Wohnsiedlung Charlottenburg-Nord aus den späten 1950er Jahren. Buchautor Michael Bienert und Architekt Thomas M. Krüger sind ausgewiesene Experten für Stadtführungen und lassen in der 4-stündigen Tour verborgene Zusammenhänge zwischen den Siedlungen sichtbar werden. Treffpunkt ist die Reichsforschungssiedlung Haselhorst mit der Gewobag-Museumswohnung, in der das Wohnen anno 1930 lebendig wird.


Triennale der Moderne 2016 | „Siedlungen der Moderne“ der Deutsche Wohnen und Gewobag


Leitung der Führung: Michael Bienert und Thomas M. Krüger


Samstag, 08. Oktober 2016, 13 bis 17 Uhr


Treffpunkt: Museumswohnung in der ehemaligen Reichsforschungssiedlung Haselhorst • Burscheider Weg 21 • 13599 Berlin (Spandau)


Eine Anmeldung ist erforderlich. Für die kostenfreie Führung gibt es derzeit eine Nachrückerliste (Janine Kühnold, Telefon 4708-1541 oder j.kuehnold@gewobag.de).


Mit der App „Gropius to Go“ liegt ab 7. Oktober 2016 erstmals ein digitaler Gropius-Stadtführer für die Westentasche vor.


1. Station Haselhorst: Innovatives Wohnen anno 1935
An der bis 2014 denkmalgerecht modernisierten ehemaligen Reichsforschungssiedlung Haselhorst waren unter anderem Walter Gropius und namhaften Architekten wie Paul Mebes und Otto Bartning beteiligt. Zur offiziellen Fertigstellung 1935 wurden in Haselhorst mehr als 3.400 Wohnungen für rund 12.000 Menschen fertiggestellt. Wegen der großen Wohnungsnot war das Ziel des „Neuen Bauens“, möglichst praktische und platzsparende Grundrisse für das Leben von einkommensschwachen Familien zu entwickeln. Ergebnis waren staatlich geförderte Wohnungen, in denen der knappe Raum optimal ausgenutzt wurde.
Die heutige Museumswohnung plante Architekt und Stadtplaner Fred Forbát als Kleinstwohnung mit 45 Quadratmetern Wohnfläche für eine Familie mit zwei Kindern. Die Besucher erwartet viel Originalsubstanz: Holztüren mit den originalen Klinken und Türzargen, ein Türspion, Terrazzoböden in Bad und Küche, in den Zimmern historische Holzdielen mit ochsenblutrotem Anstrich. Das dazu passende Mobiliar aus der Bauzeit wurde neu beschafft, darunter eine historische Kochmaschine, eine Kurzbadewanne, ein Badeofen und sogar Vorhangstoffe und Bettwäsche aus den 1930er Jahren.


2. Station Ringsiedlung Siemensstadt: Facetten der Neuen Sachlichkeit
Die Ringsiedlung Siemensstadt entstand in den Jahren 1929 bis 1934 unter Mitwirkung der Architekten Otto Bartning, Fred Forbát, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul-Rudolf Henning und Hans Scharoun, die alle der progressiven Vereinigung "Der Ring" angehörten. Vor diesem Hintergrund erhielt die Siemensstadt den Namen Ringsiedlung. Die Arbeitsgemeinschaft der Architekten wurde von Stadtbaurat Martin Wagner geleitet. Er gab jedem Architekten die Möglichkeit, seine individuelle Interpretation des neuen sozialen Bauens unter großstädtischen Bedingungen umzusetzen.
Jeder Architekt plante einzelne Häuserzeilen. In der Siemensstadt entwickelte sich ein vielgestaltiges Siedlungsbild: vom Funktionalismus von Gropius über die Raumkunst Scharouns bis zum organischen Formenreichtum Härings wird die ganze Spannbreite des "Neuen Bauens" sichtbar. Weg vom starren funktionalistischen Zeilenbau wurde der Fokus auf eine ungezwungene Raumgliederung gerichtet, die den natürlichen Gegebenheiten der Umgebung entspricht. Mit ihren sozialen und sanitären Funktionen wurden die Freiräume der Siemensstadt in den 1920er Jahren als Ausgleich zu den schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen verstanden. Heute gehört die Ringsiedlung Siemensstadt mit rund 2.800 Einwohnern zu einem der größten Wohngebiete Berlins.


3. Station Charlottenburg-Nord: Wohnhöfe im Grünen
Die Wohnsiedlung Charlottenburg-Nord mit annähernd 4.000 Wohnungen für 12.000 Menschen entstand von 1956 bis 1961. An der Planung war erneut Hans Scharoun maßgeblich beteiligt. Bauträger waren im Wesentlichen die Wohnungsbaugesellschaften GSW (westlich des Halemwegs) und Gewobag (östlich des Halemwegs). Hans Scharoun selbst zog 1960 in ein Künstleratelier im achten Stock eines  Wohnblocks am Heilmannring. Er zählt zu den wenigen Architekten, die selbst in eine Großsiedlung, die sie geplant haben, eingezogen sind. Insgesamt gab es sogar drei großzügige Atelierwohnungen im Viertel. Sie waren Teil von Scharouns Idee der "Wohngehöfte" und der Mischung: Alle sozialen und beruflichen Schichten sollten in seinen Häusern ihren Platz finden.

Abendveranstaltung: Lesung, Konzert und Diskussion in der Infostation Siemensstadt
Ergänzend zur Führung findet am 8. Oktober 2016 ab 19.30 Uhr in der Infostation Siemensstadt (Goebelstraße 2-10, 13627 Berlin) eine Veranstaltung mit Michael Bienert, Thomas M. Krüger und der Cellistin Maria Magdalena Wiesmaier statt. Unter dem Motto „Die Fassade der neuen Zeit macht mich unsicher“ (Joseph Roth) treten Texte von Architekten und Schriftstellern, die umgebende Architektur und die Musik in einen spannenden Dialog. Die Veranstaltung wird von Ticket B angeboten und Deutsche Wohnen unterstützt, der Eintritt ist frei.


Triennale 2016: Walter Gropius und das Erbe der Moderne
Die Triennale der Moderne widmet sich in Berlin, Weimar und Dessau dem Welterbe der Architekturmoderne in Deutschland. Berlin gilt als „Metropole der Moderne“ und verfügt über zahlreiche Bauten der Moderne – darunter sechs Wohnsiedlungen, die zum UNESCO-Welterbe zählen. Mehr als ein Dutzend Bauten von Walter Gropius finden sich in Berlin. Damit zählt seine Heimatstadt die meisten Objekte des Bauhaus-Gründers überhaupt. Sie stammen aus den Jahren der Weimarer Republik und der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Im Mittelpunkt der Triennale 2016 stehen Dessau und das 90-jährige Bestehen des Bauhausgebäudes. Das Auftaktjahr der Triennale 2013 orientierte sich inhaltlich an dem Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt". 2019 schließlich wird in Weimar das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ gefeiert.

Deutsche Wohnen
Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Immobiliengesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Portfolios, mit dem Schwerpunkt auf Wohnimmobilien, liegt. Der Bestand umfasst zum 30. Juni 2016 insgesamt 160.800 Einheiten, davon 158.600 Wohneinheiten und 2.200 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnstadt Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.


Kontakt
Manuela Damianakis
Leiterin Corporate Communication & Public Affairs
Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Str. 57
14197 Berlin
Telefon 030 / 897 86 5400
Telefax 030 / 897 86 5409
manuela.damianakis@ag.deuwo.com

Gewobag
Die Gewobag ist eines der führenden Immobilienunternehmen in Deutschland mit rund 58.000 eigenen Mietwohnungen sowie 1.500 Gewerbeeinheiten in Berlin. Spezielle Serviceleistungen, unter anderem für Senioren, ergänzen das Angebot. Der Immobilienbestand der Gewobag steht für die Vielfalt der Stadt und bietet eine solide Basis auf dem regionalen Wohnungsmarkt. Soziale Quartiersentwicklung, Klimaschutz und wirtschaftliche Effizienz sind für die Gewobag bei der Entwicklung zukunftsorientierter Konzepte gleichermaßen wichtig. Mit der Gründung ihrer Stiftung Berliner Leben im Jahr 2013 übernimmt die Gewobag als städtisches Unternehmen in einem besonderen Maße Verantwortung für die kontinuierliche und nachhaltige Quartiersentwicklung in vielen Bezirken Berlins. Im Zentrum der Stiftungsarbeit steht die Förderung gleichberechtigter Partizipation und interkultureller Integration. Berliner Leben fördert Kunst, Kultur und Sport sowie Projekte für Jugendliche und Senioren.


Kontakt
Josiette Honnef
Pressesprecherin
Telefon 030 4708-1513
Telefax 030 4708-1520

Dr. Gabriele Mittag
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon 030 4708-1525
Telefax 030 4708-1520
presse@gewobag.de

 

Fotos



Museumswohnung Reichsforschungssiedlung Haselhorst: Willkommen in
der guten Stube aus den 1930er Jahren / Foto: Sabine Dobre (Abdruck
honorarfrei)

 


Ringsiedlung Siemensstadt: Hier wird der kühle Funktionalismus von
Walter Gropius erlebbar.
Foto: Benjamin Pritzkuleit (Abdruck honorarfrei)

 


3 Zimmer, Küche, Bad auf rund 55 Quadratmetern: So baute
Bauhausgründer Gropius in der Ringsiedlung Siemensstadt.
Foto: Benjamin Pritzkuleit (Abdruck honorarfrei)

 


8-Geschosser in der Wohnsiedlung Charlottenburg-Nord: Architekt Hans
Scharoun bezog 1960 eine Atelierwohnung über den Dächern Berlins.
Foto: Benjamin Pritzkuleit (Abdruck honorarfrei)

 

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