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15.11.2017: Einladung zum GEHAG Forum

Harriet Groß, Maja Rohwetter, Hansjörg Schneider

23. November 2017 - 18. Januar 2018
Mo - Fr 9 - 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Mittwoch, den 22. November 2017 um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das
Foyer der Deutsche Wohnen SE
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:
Marko Rosteck, Deutsche Wohnen SE
Dr. Helen Adkins, Kunsthistorikerin

 

Berlin, 15. November 2017. Nach einer längeren Pause, die durch Umbauten und Renovierungsmaßnahmen entstanden ist, freuen wir uns, endlich wieder zu einer neuen Ausstellung des GEHAG-Forums einladen zu können. Die drei beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Harriet Groß, Maja Rohwetter und Hansjörg Schneider befassen sich alle auf unterschiedliche Weise mit Räumen und nutzen dafür Zeichnung, Malerei und auch Cut outs. Die letzte Technik, in Papier und Metall ausgeführt, erweitert die „Zeichnung“ in die dritte Dimension und generiert Werke, die als bildhauerische Arbeiten bezeichnet werden können.

Harriet Groß ist mit Zeichnungen, Papier- und Metall Cut outs in der Ausstellung vertreten. Spuren realer städtischer Situationen mit architektonischen Formen existierender Gebäude tauchen zum Teil in ihren Cut outs, geschnitten in Metallfolie, auf. Diese Referenzen an den real existierenden Stadtraum werden aber durch dschungelhaften Wildwuchs zu fantastischen Szenen erweitert. In der Arbeit „transfer“ von 2009 ist ein Bahnhofsein- bzw. -ausgang zu sehen mit dem Gedränge von silhouettartig dargestellten menschlichen Körpern, die hinein- oder hinausströmen. Darunter sind zarte Ansätze von wilder Vegetation angedeutet, die in die klar umrissenen Öffnungen der Architektur hineinragen. Umbrüche, Kontraste, Schwellen und Begrenzungen spielen in den Arbeiten von Groß eine wichtige Rolle. Eine andere Arbeit der Cut out-Technik in Metall thematisiert den heute als Pallaseum bekannten Wohnkomplex in Berlin-Schöneberg und wurde von Dr. Silke Feldhoff folgendermaßen treffend beschrieben: „Gefährlich schräg aufgebockt und auf einer Seite überwuchert, erscheint das ehemalige Musterbeispiel modernen Wohnens, das in den 1990ern zu einem sozialen Brennpunkt verkam, wie ein düsteres und schwer zu erklimmendes Baumhaus.“


In Maja Rohwetters Bildern wird Malerei mit Collage und computergenerierten Prints zu abstrakt anmutenden Werken vereint. Auffällig dabei ist die Unschärfe einiger Felder, die auf völlig klar umrissene Flächen treffen. Die so entstehenden visuell unterschiedlichen Ebenen werden mit scharfen Kanten voneinander abgesetzt. Rohwetter nutzt unterschiedliche Darstellungsformen und Bildsprachen in ihren Tableaus, in denen die Grenzen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit, Konstruktivität und Geste, rational und irrational wirkenden Formen verschwimmen. Rohwetter gelingt es auf diese Weise, ihren Bildern eine räumliche und dreidimensionale Wirkung zu geben. Verschiedenfarbige und -strukturierte Flächen, eher chaotisch übereinandergeschichtet, schweben wie schwerelose Elementarteile in einem Raum. Selber formuliert die Künstlerin über ihre Arbeiten: „Die aktuellen Bilder sehen ungegenständlich aus, obwohl alle Bildelemente Darstellungen einer Realität außerhalb des jeweiligen Bildes sind. Unscharfe Farbklumpen, streifige Schlieren oder anti­septisch cleane Oberflächen bilden ein verdichtetes Konglomerat von Malerei auf einem synthetisch wirkenden Farbverlauf. Die Bildelemente sind als Objekte auszumachen, allerdings begrifflich meist schwer zu fassen.“


In seinen Papierarbeiten befasst sich Hansjörg Schneider mit der Architektur der Moderne und den Strukturen des Stadtraums. Seine Vorgehensweise orientiert sich an der Praxis des Cut out, die nur zwischen Papierbogen und ausgeschnittener Fläche unterscheidet und ihren Gegenstand durch das fehlende Material erschafft. In der Serie „Zentraleuropa“ entwickelt er ein spezielles monotypisches Siebdruckverfahren, das auf dem Gegensatz von Fett und Tusche basiert. In den quadratischen Federzeichnungen auf grauem Karton kreisen die Tuschelinien um die geometrischen Reihen der Fensterflächen und fabrizieren ein organisches Netz. Die großformatigen Fadenzeichnungen auf Papier lösen sich von einem konkreten Objekt. Unzählige lineare Überlagerungen schaffen einen komplexen Bildraum, erzeugen einen Eindruck von Tiefe und Oberflächennähe, von kalkulierter Ordnung und chaotischer Abweichung.

 

 

Harriet Groß (*1967 in München); 1988–1994 Studium der Medizin an der Freien Universität, Berlin; 1995–2002 Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule der Künste, Berlin; 1997 ISA Stipendium Salzburg (Nancy Spero, Leon Golub); European Heritage Days, Projekt „The Cathedral“ in Kiew, Ukraine; 1998 Erasmusstipendium am „Royal College of Art“ in London; 2001 Kunst am Bau-Projekt Gerichtstraße (Hof- u. Fassadengestaltung), Berlin (3. Preis); 2002 Meisterschülerin bei Prof. Marwan, HdK Berlin; 2009–2017 Gründungsmitglied des Projektraums Axel Obiger in Berlin-Mitte; 2008–2011 Senatsatelier Käuzchensteig 10, Berlin; 2015 Arbeits- und Recherchestipendium der Senatsverwaltung für Kultur, Berlin; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Berlin.   
www.harrietgross.com

Maja Rohwetter (*1970 in Bünde/Westfalen); 1990–1992 Studium der Bildenden Kunst, Romanistik und Philosophie, Universität Osnabrück; 1993–1996 Studium der Bildenden Kunst, Hochschule der Künste (HdK) Berlin; 1997 Kungliga Konsthögskolan [Königliche Kunsthochschule], Stockholm mit einem Erasmus-/DAAD-Stipendium; 1998 Meisterschülerin (MfA), HdK Berlin; 1998 Künstlerförderung des Kreises Herford; 2000 Artist in Residence, Nykarleby, Uusikaarlepyy, Finnland; DAAD-Reisestipendium für Bildende Künstler, Stockholm; 2005 6-monatiger Arbeitsaufenthalt beim ak28, Stockholm; 2008 KulturÖsterbotten, Artist in Residence, Solf, Finnland; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Skandinavien und Litauen; lebt und arbeitet in Berlin und Stockholm.
www.majarohwetter.de

Hansjörg Schneider (*1960 in Eckernförde); 1979–1988 Studium der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel und Studium der Anglistik, Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität, Kiel; 1986/87 DAAD-Jahresstipendium, Central School of Art & Design, London; 1989 Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein; 1993 Kunstpreis der Landesschau Schleswig-Holstein; 1995 Gottfried-Brockmann-Preis der Stadt Kiel; Ekely-Stipendium, Oslo; Preisträger des Wettbewerbs zur Ausstellung „Betonskulptur im 20. Jahrhundert“, Düsseldorf; 1998 Verbotene Städte. Preisträger des Ideenwettbewerbs „Kunst im Öffentlichen Raum“, Kultusministerium Land Schleswig-Holstein; 2003 Fassadenwettbewerb Stadtgalerie Kiel/Neues Rathaus; 2007 Projektförderung durch Stiftung Kunstfonds Bonn und Senatsverwaltung für Kultur, Berlin; 2008 1. Preis Kunst am Bau, Fliegerhorst Diepholz (mit Daniel Lordick); 2010 Artist in Residence, Heyri, Korea; 2014 1. Preis im Wettbewerb zur Gestaltung der Plakette des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur (mit Daniel Lordick); 2017 Stipendiat der Kunststiftung K52; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Niederlanden und Schweden; lebt und arbeitet in Berlin.
www.hansjoerg-schneider.de

 

GEHAG-Forum

Die Förderung von Kunst und Künstlern hat bei der Deutsche Wohnen eine lange Tradition. Die Wurzeln liegen bereits in den 1920-er Jahren: Damals war Bruno Taut Hausarchitekt der Berliner GEHAG. Als erfolgreicher Architekt entwarf er Mietswohnhäuser, kam jedoch ursprünglich von der Malerei und war Mitglied der Künstlervereinigung „Gläserne Kette“. Zu Ehren Tauts befasste sich die erste Ausstellung des 1988 gegründeten GEHAG-Forums mit einem von ihm entworfenen und farblich gestalteten Wohnhaus in Dahlewitz. Seitdem haben zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentiert. Mit thematischer Vielfalt und der Integration von Arbeiten fernab des Mainstreams ist das GEHAG-Forum in den letzten Jahrzehnten zu einem anerkannten Ort zeitgenössischer Kunst geworden.

 

Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Immobiliengesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Portfolios, mit dem Schwerpunkt auf Wohnimmobilien, liegt. Der Bestand umfasst zum 30. September 2017 insgesamt 161.000 Wohneinheiten und 2.500 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnstadt Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.

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