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Berlin, 07.09.2014

25. September - 16. November  2014, Mo - Fr 9 - 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Mittwoch, den 24. September 2014 um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das
Foyer der Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:
Manuela Damianakis
Leiterin der Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG

Christoph Tannert
Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Margret Eicher nutzt in ihrer digitalen künstlerischen Arbeit eine Technik, die ihren Ursprung in der höfischen Repräsentation des 17. Jahrhunderts hat. Tapisserien zeigten religiöse und philosophische Motive, Bilder der Jagd und des Krieges und waren mit ornamentalen Elementen ausgestattet. Margret Eicher überführt Szenen der heutigen Medienwelt aus Nachrichten und Popkultur in diese Bildform. Die „Schwere“ und das Statische kontrastieren deutlich mit der Schnelllebigkeit einer vordergründigen Glamourwelt, die Stars produziert, die morgen bereits vergessen sein werden. Das für die höfische Repräsentation von Macht und „Ewigkeit“ entwickelte Medium des Bildteppichs steht im deutlichen Widerspruch zu der Kurzlebigkeit eingefrorener Szenen aus der aktuellen Zeitgeschichte. „Inhaltlich greift Eicher das auf, was in einer auch sonst vielfach sich rearistokratisierenden Gesellschaft am meisten interessiert. Sie gibt dem neuen Adel – den Celebritys und Stars – eine Bühne.“ (Wolfgang Ullrich). Darüber hinaus überträgt sie Bildikonen lokaler wie auch der Weltpolitik in dieses Medium. Aufwand und die Anmutung ornamentaler Wandteppiche stehen in deutlichem Kontrast zu der Geschwindigkeit von Nachrichten und Bildübertragung in der Gegenwart.

Die Materialien, aus denen Isabel Kerkermeier ihre Skulpturen baut, werden den Betrachterinnen und Betrachtern entfernt bekannt vorkommen. Sie entstammen Alltagsgegenständen wie Mobiliar und werden auch mal in Gänze als gefertigtes industrielles Produkt wie die Damenstrumpfhose zur Bespannung ganzer Flächen zweckentfremdet. Kerkermeiers Skulpturen basieren damit auf den Ergebnissen der industriellen Massenfertigung, die sie dekonstruiert und Teile zu einzigartigen und jenseits des ästhetischen Reizes völlig funktionslosen Objekten zusammenfügt. Es sind ausladende, exzentrische Skulpturen, die voller Energie unter ständiger Spannung frei im Raum stehen, von der Decke hängen oder an der Wand befestigt sind. Anarchisch schießen die farbigen Linien aus Kabeln, weiß lackiertem Stahlrohr von Gartenmöbeln oder blitzendes Stahlrohr ins Kraut und drängen von einem häufig nicht auszumachenden Zentrum in alle Himmelsrichtungen. Konglomerate des Chaos wie nach eine atomaren Sprengung und dennoch soweit von der Künstlerin gebändigt, dass sie als ästhetische und abstrakte Gebilde für den Kunstraum domestiziert sind. Daneben sind auch Collagen aus gebrauchter Kunststoff-Werbeplane zu sehen. Durch das teilweise Ablösen der alten Werbeschicht, den Gebrauchsspuren sowie den Prozess des Zerschleißens entstehen ganz eigene ästhetische Formen, die als textile „Gemälde“ bezeichnet werden könnten.

Martin Eugen Raabensteins vermeintlich gestischer Ansatz wird durch die Überarbeitung mit Japanpapieren unterschiedlicher Stärke gebrochen. Eine schwungvolle und kreisförmige Bewegung verebbt plötzlich, während sie sich an anderer Stelle als Gerinsel oder filigranes Netzwerk fortsetzt. Seine Malerei oszilliert zwischen angedeuteter, immer wieder zurückgenommener Figuration und Abstraktion. Hier eine embryonenhafte Figur, dort ein Schädel, verbleibt sie in einer Schemenhaftigkeit, die sich bei Augenschein des gesamten Bildes im Material verlieren kann. Durch die Schichtung diverser Sorten an Papieren auf Karton reagieren einzelne Bildbereiche unterschiedlich auf die wasserbasierte Tusche und wiederum anders auf die als verleimendes Element genutzte Acrylfarbe. Eine spezielle Technik des Auftrags der obersten Papierschichten lässt diese reißen, die darunterliegenden Layer treten teilweise zutage. So entsteht eine hochkomplexe palimpsestartige Komposition aus breiten und dünnen Pinselstrichen, Tropfenbahnen sowie hellen und dunklen Feldern, über die sich ein fein verästeltes und filigranes Netzwerk an Erhebungen spannt. Die Arbeiten bekommen somit eine stark textile wie auch kartographische Anmutung, der Bildraum wird fragmentiert. Martin Eugen Raabenstein arbeitet in einem festgelegten Bildformat, das er zu Diptychen, mitunter auch zu Vier- und Neunteilern kombiniert. Für den Farbauftrag nutzt er sowohl klassische Tuschepinsel unterschiedlichster Größe wie auch kalligrafische Instrumente und eigens hergestellte Rundhölzer, die mit viel Druck die Farbe auf die Unterlage pressen, sowie Spraydosen.

Margret Eicher (*1955 in Viersen); 1973-1979 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf; 1989 Arbeitsstipendium des Landes Rheinland-Pfalz; 1993 Preis der Rheinland-Pfälzischen Lotto-Toto-Gesellschaft; 1994 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg; 1995 Förderstipendium des Kunstfonds Bonn e.V.; viele Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin und Mannheim. http://www.margreteicher.de

Isabel Kerkermeier (*1963 in Heidelberg); 1983-1991 Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Herbert Baumann und Guiseppe Spagnulo; 1990 Akademiepreis der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart; 1992 Auslandsstipendium des Landes Baden-Württemberg; 1994 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg; 1998 Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris; 2005 Stipendium Stiftung Kunstfonds, Bonn; Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland sowie im Ausland; lebt und arbeitet in Berlin. http://www.kerkermeier.de

Martin Eugen Raabenstein (*1960 in Karlsruhe); 1981-1983 Studium Grafik-Design an der Akademie der bildenden Künste, Stuttgart, Grundklasse Grau, Filmklasse Ade; 1984–1988 Studium Visuelle Kommunikation, HdK Berlin, Experimentelle Grafik, Klasse Lortz, Experimentelle Filmgestaltung, Klasse Ramsbott, Meisterschülerabschluss 1988; 2001 Gründung „nonine recordings“; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland in den 80er- und 90er-Jahren; nach längerer künstlerischer Pause, der Produktion von Musik und Radiosendungen sowie dem Schreiben geschuldet, seit 2009 verstärkte Beschäftigung mit Bildender Kunst; seit 2012 wieder Ausstellungstätigkeit; lebt und arbeitet in Berlin. http://www.raabenstein.de
 

Die Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Wohnungsbestands liegt. Das Portfolio umfasst zum 30. Juni 2014 insgesamt 150.100 Einheiten, davon 148.000 Wohneinheiten und 2.100 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnsiedlung Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.