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Berlin, 26.11.2014

Peter Hock, Mathias Hornung, Sabine Ostermann,
Bärbel Schulte Kellinghaus, Martin von Ostrowski & Toni Wirthmüller

4. Dezember 2014 – 25. Januar 2015, Mo – Fr 9 – 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Mittwoch, den 3. Dezember 2014 um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das
Foyer der Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:
Manuela Damianakis
Leiterin der Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG

Dr. Ralf F. Hartmann
Künstlerischer Leiter Kunstverein Tiergarten, Berlin

Peter Hocks Kohlezeichnungen sind im mehrfachen Sinne bipolare Werke. Immer von der Differenz zwischen Schwarz und Weiß getragen, changieren seine Motive zwischen realistischen und abstrakten Motiven. Hock kreiert in seinen riesigen wie auch in seinen kleinen Arbeiten illusionistische Räume. Mit der enorm genauen Bildgestaltung und dem präzisen Zeichenstil erweckt Hock den Eindruck von Schwarz-Weiß-Fotografie bis hin zur Malerei. Der Betrachter ist hin- und hergerissen zwischen dem Erkennen realer Gegenstände, die sich plötzlich wieder verflüssigen zu amorphen Gebilden. Doch auch in ihrer Auflösung und in abstrakten Formen wecken sie flüchtige Assoziationen von Kabelgewirr oder makroskopischen Aufnahmen verästelter Nervenbahnen. Auch wenn Hocks Zeichnungen Lust machen, sich auf eine detektivische Suche nach den Ursprüngen seiner Motivik zu begeben, ist ihm daran gelegen, alles in der Schwebe zu lassen, ebenso wie die Bestimmbarkeit des Mediums auf den ersten Blick. Paradoxerweise lässt gerade das Nichtfixieren der Reißkohle-Bilder einen Eindruck von Räumlichkeit und Haptik entstehen, der der hohen Fragilität der Bilder entgegensteht.

Mathias Hornung thematisiert Struktur, Raum und Zeichnung im seinem Werkstoff Holz. Seine Reliefs sind von ihm zu flächigen Landschaften mit vielen sanften Hügeln und Tälern gestaltet, in die er mit dem Winkelschleifer ein streng geometrisches Muster schneidet. Es basiert auf dem uns vor allem aus Schottland bekannten Tartan-Muster, bestehend aus rechtwinklig angeordneten Karos, das in einem starken Kontrast zu der Landschaft steht. Strenge Ordnung und Unregelmäßigkeit von wellenförmiger Oberfläche aus Hügeln und Tälern schaffen eine interessante Spannung. „Mehr als die reine Naturbetrachtung oder die Reflexion von Daten und Fakten kann ein Kunstwerk wie Hornungs Relief Hydro/topo/graphie gerade in der Überlagerung von Chaos/Dynamik und Struktur/Statik die Gegensätze erfahrbar machen, zwischen denen sich der Mensch des technischen Zeitalters wiederfindet.“ (Dr. Almut Hüfler) Die Reliefs wirken wie „gezeichnete“ Skulpturen im dreidimensionalen Raum. Hornung spielt mit den Dimensionen.

Bei Sabine Ostermann kommt das von vielen fälschlicherweise als „veraltet“ gewertete Medium des Linolschnitts zu neuem Leben. In der Kombination mit Malerei entstehen vielschichtige Bilder, die Szenen aus dem zeitgenössischen Alltag zeigen. Gesellschaftskritische und gar ironisierende sowie satirische Anklänge sind dabei nicht selten. Die zum permanenten Konsumismus verdonnerten Menschen stellt sie als Einkaufswagen schiebende Wesen dar, deren Schicksal es ist, sich ohne andere Reize auf sich überschneidenden Endlosschleifen zu bewegen. Das Einkaufen als zentraler Zweck des Lebens im Kapitalismus bar jeder Ablenkung und ernsthaften Reflexion. In dem aus Malerei und Linoldruck komponierten Bild „Goldene Zeiten“ wachen zwei Gartenzwerge in einer bunten und gleichwohl idyllischen Waldlandschaft über das emsige Treiben von Transport und Distribution. Verwunschenes Märchen in bunter Malerei legt sich kontrastreich auf die Wirklichkeit des schwarz-weißen Linoldrucks.

Bärbel Schulte Kellinghaus‘ Skulpturen aus Ton, Keramik, Blei und Holz sowie ihre Zeichnungen mit Öl und Pigment auf Papier haben immer wieder ein Thema: Der Körper des Menschen. Seine Figur in vielen Aggregatzuständen, heroisch und fragil zugleich auf einem etwas wackligen Podest und ein anderes Mal janusköpfig, oder klein und bodenständig, taucht in dem Werk in verschiedener Weise auf. Die Künstlerin dekonstruiert den Körper aber auch, „schlachtet“ ihn aus und nutzt ihn als Arsenal mannigfaltiger Formelemente. Neben dem Schädel als Träger und Zentrum der Persönlichkeit werden auch einzelne defragmentierte Partien und Gliedmaßen im Werk der Künstlerin zum Material. Ob eine Fingerkuppe oder das gebeugte Knie, beide realen Figurationen erweitert Schulte Kellinghaus in einem Prozess der Abstraktion zu eigenständigen und harmonischen Figuren. Distanz und Nähe zum Urbild des Menschenkörpers einerseits und zu unserer Wirklichkeit andererseits sind nicht nur ästhetisch reizvoll sondern setzen das Denken in Gang.

Martin von Ostrowski & Toni Wirthmüller zeigen unter dem Titel FöGuWo (Förderung Guten Wohnens) eine Installation aus zwei quaderförmigen Holzgerüsten und zwei Holzhockern. Die Gerüste wurden von den Künstlern im Stadtraum für Performances genutzt und ein Plakat mit Motiven dieser Aktionen liegt auf einem der Gerüste zum Mitnehmen für die Betrachter aus. Innerhalb der Installation dienen die Holzquader als eine Art Regal, in denen z.B. die beiden Performanceoveralls gezeigt werden, und sie bieten Platz für ein mit einem Damenstrumpf überzogenes Profil Friedrich Nietzsches sowie ein mit Alufolie verpacktes Stofftier. Beide Raumobjekte haben die Maße von Wohnschränken (200 x 150 x 65 cm) und sind betretbar, während die Hocker frei im Raum stehen und als Sitz dienen können. Die Installation ist für die beiden Künstler Metapher, Material und Bühne zugleich. Von Nietzsche, dem wandernden Philosophen, stammt das Zitat: „Ich musste wohnen, wo niemand wohnt.“ Angesichts der völligen sozialen Umgestaltung der Stadt ist die Installation der Künstler eine freie Reflexion über Wohnen, Behausung, Reservoir, umrissener Raum und Archiv zugleich.

Peter Hock (*1962 in Heidelberg); 1985–1986 Studium Bildende Kunst, PH Heidelberg; 1986–1988 Bildende Kunst, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; seit 1988 freier Künstler; 1994, 1995, 1996, 1998 Werkverträge der Künstlerförderung Berlin; 2011 Stipendium Künstlerdorf Schöppingen; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin.  www.peter-hock.de

Mathias Hornung (*1965 in Tübingen); 1984 Abitur; 1985–1988 Ausbildung Machinenmechaniker Industrie; 1988–1993 Studium Bühnen- und Kostümbild an der Staatlichen Hochschule der bildenden Künste, Stuttgart-Weisenhof bei Prof. Peter Grau und Prof. Jürgen Rose; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin. www.mathiashornung.de

Sabine Ostermann (*1968 in Backnang); 1989–1996 Studium der Bildenden Kunst und Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; 1996–1997 Vertiefungsstudium Grafik bei Prof. P. Lörincz; 1996 Kunstpreis der Speyerer Volksbank; 2003 Lehrauftrag an der Akademie der Künste Mainz, Fachgebiet Zeichnen; 2006–2008 Arbeitsaufenthalt in Toulouse, Frankreich; 2012 und 2014 Kunstpreis Malerei, Uhrturm Dierdorf; 2014 Kunstpreis des Landkreises Alzey-Worms und Publikumspreis Spektrale Luckau; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Speyer und Falkensee. www.sabine-ostermann.de

Bärbel Schulte Kellinghaus (*1965 in Stuttgart); 1984–1988 FH-Aachen, Studiengang Objekt-Design (Diplom); 1991–1997 Kunstakademie Düsseldorf (Akademiebrief); 1996 Meisterschülerin bei Prof. Jannis Kounellis; 1997–2006 Atelier in Belgien (Eupen); zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; 2006 lebt und arbeitet in Berlin. www.baerbelschultekellinghaus.de

Martin von Ostrowski (*1958 in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart); 1981 Umzug nach Berlin und Beginn der künstlerischen Arbeit mit Malerei und Performances; 1983 Mitgründer der Galerie „Muthesiusstraße”, die später unter „Gras fressen” formierte; 1988 französischer Staatspreis „Villa Arson”; 1989 Mitbegründer der Künstlergruppe „DER KONGREß”; 1990 Dissertation in Kunstgeschichte über Monumentale Brunnen 1813–1871 an der FU Berlin; 2002–2004 Mitglied der Gruppe „Überindividuell“; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Berlin. www.martinvonostrowski.de

Toni Wirthmüller (*1960 in München); 1982–1987 Studium an der HdK Berlin; 1989–1990 Atelierstipendium
in Glasgow; 1991–1994 Mitglied in der Künstlergruppe „DER KONGREß“; 1993–2000 Lehrauftrag für Malerei
an der HdK Berlin; 1994 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds; Preisträger beim Deutschen Kunstpreis 1994; 1994–2000 Vorträge und Workshops an den Universitäten von Bristol, Barcelona, Lissabon, dem Royal College in London sowie an der Facultad de Bellas Artes, Madrid; 1999–2014 regelmäßig Lehraufträge für Malerei/Installation an der Bauhaus-Universität Weimar, 2007–2009  Atelierstipendium/Artist in Residence, Krems a. d. Donau/Österreich und Kunst:Raum Sylt; zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Berlin.
www.toni-wirthmueller.de
 

Die Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Wohnungsbestands liegt. Das Portfolio umfasst zum 30. September 2014 insgesamt 148.900 Einheiten, davon 146.800 Wohneinheiten und 2.100 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnsiedlung Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.