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Berlin, 23.11.2016

Einladung zum GEHAG-Forum

Ewa Finn, Katharina Poos,
Matthias Stuchtey, Mara Wagenführ

8. Dezember - 17. Februar 2016
Mo - Fr 9 - 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Mittwoch, den 7. Dezember 2016 um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das
Foyer der Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:
Marko Rosteck, Unternehmenskommunikation
Deutsche Wohnen AG

Christoph Tannert
Geschäftsführer des Künstlerhauses Bethanien

In Ewa Finns figurativen Gemälden und Zeichnungen begegnen wir Menschen und Tieren, die erstarrt sind in Szenen von Gefahr, Gewalt und Aggression. Ein Ton der Stille und Trauer, des lautlosen Schreis, spricht aus diesen rätselhaften Bildern, ohne dass das Bedrohliche oder die Aggressoren deutlich sichtbar wären. Isoliert und einsam sind die Figuren. Eine mit Tschador bekleidete Frau ist bis zum Hals in der Erde vergraben und erwartet so – völlig wehrlos gemacht – ihre „Steinigung“, wie auch der Titel des großen Ölgemäldes verrät. Über ihr das Universum mit einem wunderschönen Sternenhimmel. Die makellose Ästhetik des Gemäldes kontrastiert mit der von Ausweglosigkeit geprägten Szene. In ihren handwerklich ebenso brillanten und genauen Zeichnungen zeigt Finn merkwürdige Szenen, die gleichermaßen faszinieren und rätselhaft sind. Eine Frau liegt mit dem Oberkörper und emporgestrecktem schwangeren Bauch flach auf einem Tisch, während ihre Beine fast im rechten Winkel auf dem Boden stehen. Ein Affe am Halsband und zum Spektakel mit Menschenmaske versehen, schaut dem außerhalb des Bildes befindlichen Leinenführer entgegen. Diese Szenen strahlen einerseits Gelassenheit und innere Ruhe aus und verweisen andererseits auf Gewalt und Ergebenheit.

Katharina Poos' Aquarellzeichnungen sind von einer zarten Farbigkeit, fragmentarisch realistisch und absurd zugleich und scheinen fast in der Auflösung begriffen zu sein. Sie lässt ihr Figurenpersonal erstaunliche Verrenkungen anstellen, zeigt es in innigen und intimen Situationen. Es sind bizarre Szenen, manchmal surreal und abgründig und dann wieder grotesk. Ihr genauer Blick für die rudimentären und unauffälligen Augenblicke des Alltags, den Gesten des Innehaltens, die üblicherweise unbeobachtet vorübergehen, transformiert sie in Aquarelle, die jene geheimnisvolle Stille und Anmut erfassen. Die Rätselhaftigkeit der Situationen kommt in den Bildern zum Ausdruck, die eine große Sensibilität und auch eine Intimität offenbaren, ohne das ihnen zugrunde liegende Geheimnis zu lüften. Poos' Zeichnungen könnte man als bildgewordene Poesie des Mysteriums bezeichnen. Die Siebdrucke der Künstlerin, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sein werden, fallen durch kräftigere Farben auf, sind aber in der Motivik ebenso schräg und hintergründig wie ihre Zeichnungen.

Matthias Stuchtey baut verschachtelte und ineinander wachsende Räume zu dichten und kompakten Skulpturen. Dafür recycelt er industriell gefertigtes Material, Möbelreste, Apfelsinenkisten oder Türblätter. Für einige Arbeiten generierte Stuchtey aus IKEA-Bausätzen wie zum Beispiel der Kommode „Kullen“ Objekte, die an Architekturmodelle für noch zu bauende Häuser erinnern. Meistens belässt Stuchtey die Oberflächen sowie das „aufgerissene“ Innere des Materials völlig unbehandelt, was den Skulpturen eine ganz eigenwillige Ästhetik verleiht. Roh und ungeschminkt verleugnet das Material nie seine Herkunft. Stuchtey reißt es aus seiner gewohnten Funktion, entfremdet es seinem Zweck und überführt es in den architektonischen „Wucherungen“ in eine neue Dimension ästhetischer Qualität. Die sich ineinander verkrallenden Räume, die Stuchtey konstruiert, sind sowohl als dreidimensionale kubistische Objekte zu bewundern und evozieren darüber hinaus ein Nachdenken über Raum, Behausung, Wohnen und Stadt.

Die Bilder von Mara Wagenführ sind figurativ, flächig und bunt. In einigen Werken erweitert sie die Malerei durch Stickerei und und das Applizieren u.a. von Plastikfigürchen, Fotodruck und Pailletten. Die Anordnung der Figuren in der Malerei, oft einer Symmetrie gehorchend, sind plakativ einerseits und hintergründig in der Verschränkung von Votivmalerei, Pop und religiösen Elementen andererseits. Manche Bilder lassen eine Nähe zu mexikanischen Vanitasdarstellungen erkennen. Wagenführ schreckt nicht davor zurück, die Grenzen zum Kitsch auszuloten, unterläuft diese Ebene aber immer wieder spielerisch leicht durch die gestickten Texte sowie die Inklusion von drastischen und hyperrealistischen Bildelementen wie dem organischen Herz. In dieser spielerischen Kombination gelingen Wagenführ Gemälde, die die Betrachter durch ihre vordergründig harmlose und bunte bis süßliche Pophaftigkeit gefangen nehmen, um sie nach und nach mit ironischen und sarkastischen Brüchen auf eine hintergründige Wirklichkeit aufmerksam zu machen.

Ewa Finn (1979* Warschau, Polen); 2001–2006 Studium an der Universität der Künste Berlin, Fakultät Bildende Kunst bei Prof. Dieter Hacker; 2006–2007 Meisterschülerin der Universität der Künste Berlin bei Prof. Dieter Hacker; Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin.
www.ewa-finn.de

Katharina Poos (*1961 in Berlin); 1984–1991 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste (HdK) Berlin bei Dieter Hacker, Herbert Kaufmann und Karl-Heinz Herrfurth; 1987–1988 Gaststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe, bei Max Neumann und Friedemann Hahn; 1991 Meisterschülerin, HdK Berlin; 1991–1995 Künstlergruppe Karo Vein mit Roswitha Paetel, Verena Weckwerth und Ina Mayer; 1992 Lehrauftrag an der HdK Berlin, Seminar „Was hat die Kunst mit dem Leben zu tun“; Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin.

Matthias Stuchtey (*1961 in Münster); 1982–1991 Studium an der Kunstakademie Münster und München; Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin.
www.matthias-stuchtey.de

Mara Wagenführ (*1976 in Mülheim an der Ruhr); 1995/1996 Studium New School, New York City; 1997–2002 Studium Bildende Kunst, Malerei an der Hochschule der Künste (HdK), Berlin, Klasse Prof. Wolfgang Petrick; 1999 ERASMUS, Austauschsemester in Barcelona; 2001–2002 Meisterschülerjahr, HdK Berlin; 2003–2005 Aufenthalt und Arbeit in Mexiko; 2008 Künstlerstipendium in Piramidon, Barcelona; 2015 Projektstipendium Mexico City; Einzel- und Gruppenausstellungen vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin.
www.marawagenfuehr.de
 

GEHAG-Forum

Die Förderung von Kunst und Künstlern hat bei der Deutsche Wohnen eine lange Tradition. Die Wurzeln liegen bereits in den 20er Jahren: Damals war Bruno Taut Hausarchitekt der Berliner GEHAG. Als erfolgreicher Architekt entwarf er Mietswohnhäuser, kam jedoch ursprünglich von der Malerei und war Mitglied der Künstlervereinigung "Gläserne Kette". Zu Ehren Tauts befasste sich die erste Ausstellung des 1988 gegründeten GEHAG Forums mit einem von ihm entworfenen und farblich gestalteten Wohnhaus in Dahlewitz. Seitdem haben zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentiert. Mit thematischer Vielfalt und der Integration von Arbeiten fernab des Mainstreams ist das GEHAG Forum in den letzten Jahrzehnten zu einem anerkannten Ort zeitgenössischer Kunst geworden.
 

Die Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Wohnungsbestands liegt. Das Portfolio umfasst zum 30. September 2014 insgesamt 148.900 Einheiten, davon 146.800 Wohneinheiten und 2.100 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnsiedlung Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.