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Berlin, 09.06.2016

Marion Eichmann, Karsten Kusch, Andreas Theurer

23. Juni – 09. September 2016 Mo – Fr, 9 – 19 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, den 22. Juni 2016 um 19 Uhr laden wir Sie herzlich ein in das Foyer der Deutsche Wohnen AG Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin

Es sprechen:

Manuela Damianakis, Leiterin Unternehmenskommunikation der Deutsche Wohnen AG
Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Kunsthistorikerin

Karsten Kusch (*1972 in Berlin); 1992–1998 Studium an der HdK Berlin; 1994 Studienaufenthalt an der Accademia di Belle Arti, Ravenna; 2001–2002 Stipendium der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur an der Cité Internationale des Arts, Paris; 2011 Inselmaler Sylt; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, vorwiegend in Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin. www.karstenkusch.com

Marion Eichmann nähert sich der Wirklichkeit in einem komplexen Verfahren. Mit Pigmenttusche, Papier, Karton und realen Objekten komponiert sie Bilder mit mehreren räumlichen Ebenen. Gezeichnete Linien werden mit Papierschnitten ergänzt, die entweder ganzflächig verklebt und manches Mal nur an einem Punkt fixiert werden, so dass sie aus dem Bild ragen. Die von Eichmann dargestellte Wirklichkeit, ob Stadtszenen aus Istanbul, New York, Tokio oder ihre unmittelbare Studiosituation samt aller Utensilien, entspricht immer der vorgefundenen Situation und wird nicht arrangiert. Ihr geht es um die grafische Struktur, die durch Raum, Mobiliar und den anderen Objekten komponiert wird. Menschen sind eher selten Teil ihrer Arrangements und kommen höchstens in einer Stadtszene oder als skizzierte Figuren eines angepinnten Fotos vor. Marion Eichmann arbeitet nicht nach Fotos, sondern skizziert die von ihr wahrgenommene grafische Struktur einer Szene, die sie mit unterschiedlichen Techniken zum Bild formt. Dabei spielt sie geschickt mit unserer Wahrnehmung. Schnell meint der Betrachter das Bild als vollständig gemalt zu erkennen, wird aber beim Nähertreten eines Besseren belehrt. Scheinbar ausgemalte Flächen werden als Papierschnitte erkennbar, und selbst eine vollständig gezeichnete Ebene gibt dahinter durch Ausschnitte eine weitere darunterliegende Ebene preis und das flächige Bild wird zum Raum erweitert. Die eingestreuten realen Objekte müssen erst als solche erkannt werden, denn sie fügen sich scheinbar nahtlos in das Gemälde.

Auf den Gemälden von Karsten Kusch sind menschenleere und meist karge Stadtlandschaften zu sehen. Aus Straßen, Laternenmasten, Bäumen entstehen bei Kusch ordnende Fluchten in den Raum. In den jeweiligen Zentren sind – oftmals in weiter Ferne – bekannte Architekturen, Gebäude oder Denkmäler als Fixpunkte zu sehen. Das Brandenburger Tor, die Siegessäule oder das sowjetische Ehrenmal stehen bei Kusch als historische Orte ebenso im Fokus, wie vermeintlich banale und industriell geprägte Räume an der Peripherie der Stadt. In einigen Bildern wie z. B. in dem neuen „Berlinsouvenir“ sind in dem Zentrum, das durch sich perspektivisch in die Tiefe des Raums verdichtenden Linien entsteht, nur noch schemenhaft klein die Gebäude angedeutet. Das Bild wirkt auf den flüchtigen Blick wie eine malerische Abstraktion. Besonders auffällig in den Gemälden von Karsten Kusch ist die atypische Farbgebung, mit der er den Szenen eigentümliche Stimmungen verleiht. In bläuliche Kälte getaucht, wie an einem frühen noch sonnenlosen Herbstmorgen, erinnert die nur spärlich von Bäumen gesäumte Allee zum „Großen Stern“ an einen Film noir der unmittelbaren Nachkriegszeit. Karsten Kusch konzentriert sich auf die wesentlichen Architekturen und ignoriert alles visuell Störende. Die Gemälde wirken wie architektonische Skizzen und Entwürfe für eine noch zu bauende Stadt. In Kuschs Bildern werden gewohnte Stadtansichten völlig neu erfahrbar.

Andreas Theurer ist Bildhauer und sein Material neben Metall vor allem Holz und Wellpappe. Mit Werken aus den beiden letztgenannten Materialien sowie einigen frühen Bronzen wird Andreas Theurer in der Ausstellung vertreten sein. Seine archaisch anmutenden Skulpturen behandeln Grundfragen menschlicher Existenz wie Trauer, Entwurzelung und Flucht. Manche von Theurers Skulpturen sind aus vielen flächigen geometrischen Grundformen komponiert und reduzieren die menschliche Figur auf die abstrahierten Elemente des Körpers. In Theurers Werk wird nicht das Individuum mit unverwechselbaren Gesichtszügen behandelt, sondern die Spezies Mensch als Ganzes. Gebeizte Flächen in Gestalt von Drei- und Rechtecken, manchmal auch trapezförmig, fügen sich zu Körpern. Die zwischen den Flächen liegenden Kanten bleiben ungebeizt und geben den Skulpturen einen ganz eigenen Charakter, der Struktur und Komposition verdeutlicht. Theurers frühe Bronzen dagegen zeichnen sich durch runde Körper und individualisierte Physiognomie der Gesichter aus. Wiederum anders sind die aus Wellpappe geschaffenen, bemalten oder mit Text beklebten Arbeiten, in denen er unter anderem die Form des Würfels in vielfältiger Weise behandelt. Einmal als Hülle mit fehlenden Seiten zum offenen Raum gestaltet, dann wieder teilweise aufgeklappt, spielt Theurer mit der geometrischen Grundform, die auch als Behausung für den Menschen dient. Auf den ersten Blick geben die Skulpturen ihre Materialbeschaffenheit nicht preis und muten eher an wie schwere Arbeiten aus Eisen. Auch in diesen Werken behandelt Theurer philosophische Grundfragen von Raum, Zeit und dem Schicksal des Menschen.

Marion Eichmann (*1974 in Essen); 1986 einjährige Studienreise durch Asien; 1989 einjährige Studienreise durch Afrika; 1994–1995 Studium an der HdK Berlin; 1996 Deutsche Oper Berlin, Assistenz Bühnenbild; 1996–2002 Kunsthochschule Berlin Weißensee; 2002 Diplom, Kunsthochschule Berlin Weißensee – 1.6324.800 Maschen, eine Raumcollage; 2002 NaFög-Stipendium zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses; 2003 Mart Stam Förderpreis, Meisterschülerin, Kunsthochschule Berlin Weißensee, Prof. Gotenbach – „Ping Pong“, eine Raumcollage; 2003–2004 Stipendium des DAAD; 2014 Arbeits-Stipendium Schloss Mochental; 2014 Franz-Joseph-Spiegler-Preis; Auslandsaufenthalte in Istanbul, New York, Tokio, sowie einjährige Studienreise durch Afrika; umfangreiche Lehrtätigkeit; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Berlin. www.marioneichmann.com

Andreas Theurer (*1956 in Göppingen); 1963–1976 Grundschule und Gymnasium in Hof, Bayern; 1977– 1983 Bildhauerstudium bei Alfred Hrdlicka, Kunstakademie Stuttgart; 1982 Studienreise durch die Sowjetunion, Japan und China; 1983–1988 Assistent an der Technischen Universität Braunschweig am Institut für Elementares Formen; 1989–1993 freiberufliche Tätigkeit in Berlin als Lehrbeauftragter an der HdK Berlin; 1993 Berufung an die Hochschule Anhalt in Dessau für künstlerische Grundlagen der Gestaltung; 1995 Dekan im FB Design der Hochschule Anhalt; 2002–2003 Gastdozentur an der Kabul University, Faculty of Fine Arts mit Friedrich-Ebert-Stiftung, Goethe-Institut, DAAD; 2004 Gründungsmitglied bei Sculpture Network; 2009 Aufnahme in den Deutschen Künstlerbund; 2016 Mitglied im Kuratorium der Georg-Kolbe-Stiftung; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; lebt und arbeitet in Kleinmachnow bei Berlin. www.andreas-theurer.com


GEHAG-Forum

Die Förderung von Kunst und Künstlern hat bei der Deutsche Wohnen eine lange Tradition. Die Wurzeln liegen bereits in den 20er Jahren: Damals war Bruno Taut Hausarchitekt der Berliner GEHAG. Als erfolgreicher Architekt entwarf er Mietswohnhäuser, kam jedoch ursprünglich von der Malerei und war Mitglied der Künstlervereinigung "Gläserne Kette". Zu Ehren Tauts befasste sich die erste Ausstellung des 1988 gegründeten GEHAG Forums mit einem von ihm entworfenen und farblich gestalteten Wohnhaus in Dahlewitz. Seitdem haben zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentiert. Mit thematischer Vielfalt und der Integration von Arbeiten fernab des Mainstreams ist das GEHAG Forum in den letzten Jahrzehnten zu einem anerkannten Ort zeitgenössischer Kunst geworden.

 

Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine der führenden börsennotierten Immobiliengesellschaften in Deutschland und Europa, deren operativer Fokus auf der Bewirtschaftung und Entwicklung ihres Portfolios, mit dem Schwerpunkt auf Wohnimmobilien, liegt. Der Bestand umfasst zum 31. März 2016 insgesamt 160.100 Einheiten, davon 157.900 Wohneinheiten und 2.200 Gewerbeeinheiten. Die Deutsche Wohnen ist Eigentümerin von Wohnungen in vier Siedlungen der Berliner Moderne, welche im Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden: der Weißen Stadt, der Hufeisensiedlung Britz, der Wohnstadt Carl Legien sowie der Ringsiedlung Siemensstadt.