„GemeingutWohnen“ droht an einer organisatorischen Mammutaufgabe zu scheitern
Der Gesetzentwurf der Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ verlangt, dass eine neu zu gründende Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) namens „GemeingutWohnen“ innerhalb einer Frist von 18 Monaten die operative Verwaltung von über 200.000 Wohnungen übernehmen soll.
Konkret betrifft dies zwischen 213.000 und 220.000 Wohnungen privater Unternehmen. Zum Vergleich: Das derzeit größte kommunale Wohnungsunternehmen Berlins, die Degewo, betreut rund 110.000 Einheiten. Eine Mammutaufgabe ohne vorhandene Strukturen, Personal oder Erfahrung.
Zudem könnte diese neue Verwaltung nicht das leisten, was wir heute schon in Instandhaltung, Modernisierung und Neubau investieren: 384 Millionen Euro allein im Jahr 2025. Für 2026 sind 539 Millionen Euro aus eigenen Mitteln geplant. Reparaturen werden über eine eigene Handwerkerorganisation rund um die Uhr abgedeckt. Das bestätigt auch die Studie des IW Köln: Die DWE kalkuliere mit jährlichen Modernisierungsausgaben von 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Große Wohnungsunternehmen wie Vonovia, LEG und VivaWest setzten bereits 2024 Werte zwischen 13 und 25 Euro an. „Die angesetzten jährlichen Ausgaben zwischen 6 und 12 Euro pro Quadratmeter dürften deshalb kaum ausreichen, um die erforderlichen Investitionen in die energetische Modernisierung zu leisten.“
Eine neue staatliche Anstalt könnte diese Investitionen nicht allein aus den Mieteinnahmen stemmen und müsste diese aus öffentlichen Budgets stemmen, die gleichzeitig mit Schulen, Kitas und Infrastruktur konkurrieren. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet das: weniger Modernisierung, längere Wartezeiten und Sanierungsstau.