Ein kurzer Blick zurück auf eine lange Geschichte
Die historische Villa Bolle trägt ihren Namen nach Carl Andreas Julius Bolle. Der bekannte Besitzer der Meierei C. Bolle war ein Milch-Einzelhandelsunternehmer und wurde von der Bevölkerung vor allem „Bimmel-Bolle“ genannt. Diesen Spitzenamen bekam er durch die Glocken, mit denen seine Milchverkäufer auf den Bolle-Milchwagen um Kund:innen warben. Um 1910 waren 250 dieser Milchwagen auf den Straßen Berlins unterwegs. Auf dem Marienhain errichtete er eine Villa, die er als Sommersitz nutzte. Dort wurde Obst und Gemüse angebaut, Vieh gehalten und später auch eine Meierei errichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die Humboldt-Universität, genauer das Institut für Zierpflanzenbau, das Gelände. In den vergangenen Jahren lag das Gelände brach und die Villa Bolle brannte aus.
Erhalten geblieben sind noch Teile des historischen Pflasters der „Marienhainallee“, die den zentralen Weg über das Gelände bildet. Dieses Pflaster wird im Lauf der Bauarbeiten wiederhergestellt und an seinen Rändern mit Obstbäumen bepflanzt – als Erinnerung an die Nutzung und Geschichte des Ortes.